Lemförde – Oft läuft es so: Ein Händedruck, eine Urkunde oder eine Ehrennadel, vielleicht noch ein Präsent, ein paar nette Worte – und fertig ist die Ehrung für eine langjährige Mitgliedschaft in einem Verein oder einer Institution. Beim Frühstück der DRK-Ortsgruppe Lemförde lief es jedoch etwas anders ab. Geehrte Mitglieder berichteten, warum sie Teil des DRK wurden und ihm treu geblieben sind.
Die wohl berührendste Geschichte führt zurück in den 2. Weltkrieg. Werner Mentrup erzählte von seinem in Russland vermissten Vater Gottfried Mentrup, den die Familie über das DRK suchen ließ. Werner Mentrup zeigte einen Brief, den sein Vater 1943 in Stalingrad abgeschickt hatte. Das war am 7. Januar. Darin steht: „Man hört den ganzen Tag Artillerie und Panzer. Ich glaube bald, die wachsen bei dem Russen aus der Erde.“ 14 Tage, nachdem Gottfried Mentrup diese Zeilen verfasst hatte, geriet er in Gefangenschaft, aus der er nicht mehr zurückkehrte. Erst 1996 erhielt die Familie die Bestätigung, dass Gottfried Mentrup in Russland sein Leben gelassen hat. Über das DRK sagt Werner Mentrup heute: „Was diese Institution leistet, auch über so viele Jahre hinweg, ist phänomenal.“
Fast alle Geehrten haben Gründe, über ihre Verbundenheit zum DRK zu berichten. Gisela Münkel hätte sich sicherlich auch beteiligt. Seit 70 Jahren ist sie Mitglied im DRK, stand lange auch an der Spitze des Ortsvereins Lemförde. Doch nach einem Autounfall war ihr ein Besuch der Veranstaltung im Landgasthaus Koch nicht möglich. Sie ließ aus der Kurzzeitpflege herzlich grüßen. 1956 war sie mit 16 Jahren über ihre Mutter zum DRK gekommen.
Die aktuelle Vorsitzende Monika Meier-Rüffer hatte zu jedem Geehrten ein paar Infos dabei. Marlies Bergmann ist im DRK-Shop eine verlässliche Größe, bei Heidi Denker geht die Geschichte bis ins Jahr 1965 zurück. Sie hatte sogar ihr altes Mitgliedsheft mit eingeklebten Marken zur Ehrung mitgebracht. Hermann Dittmer überführte 1986 mit dem DRK landwirtschaftliche Maschinen nach Litauen. Wolfgang Sowade ist der Mann für die Blutspenden. Er hat schon lange die Hundertermarke geknackt. Bei Angela Winkelmann weiß man gar nicht genau, wie lange sie dabei ist. „Sie war immer sehr wertvoll für uns“, meinte die Vorsitzende. Herbert Walter backt die guten Kuchen für die Blutspende.
Geehrt wurden: 70 Jahre: Gisela Münkel; 50 Jahre: Margot Lampe, Werner Mentrup, Herbert Walter; 40 Jahre: Angelika Ahler, Hermann Dittmer, Marlies Bergmann, Gisela und Harro Brune, Edith Buschmann, Heidi Denker, Ursula Fischer, Bernd Kriedemann, Wolfgang Sowade, Angela Winkelmann.
Helfer gesucht
Für den DRK-Dienst auf dem Brockumer Markt (31. Oktober bis 3. November) suchen die Bereitschaftsleiter des DRK-Ortsvereins Lemförde, Holger Schmidt und Sven Piontek, noch medizinisch fachkundige Helfer. Kontakt kann über die E-Mail-Adresse bereitschaft@ov-lemfoerde.drk.de aufgenommen werden.
Quellenangabe: Diepholzer Kreisblatt vom 13.10.2026, SIMONE BRAUNS-BÖMERMANN
